Exklusive Großkeramik

Bereits vor sieben Jahren ersann der heutige Geschäftsführer Christian Mayr die Marke Ceraflex. Wir trafen ihn und seinen Geschäftspartner Walter Schweiger zum Gespräch.

Mayr arbeitete lange Zeit im elterlichen Fliesenlegerbetrieb in Wartberg an der Krems mit. Parallel dazu hatte er eine Software entwickelt, die den maßgenauen Zuschnitt großformatiger Feinsteinzeugplatten ermöglicht. Walter Schweiger kam ursprünglich aus der Tischlereibranche. Die beiden entschlossen sich, ihre Kapazitäten zu bündeln mit dem Ziel, überall wo die Fliese an Boden verloren hat – z. B. bei Küchenarbeitsplatten, Fensterbänken, Wandverkleidungen, etc. – diesen wieder zurück zu gewinnen.

2016 gründeten sie also gemeinsam die Ceraflex GmbH und 2017 im Jänner erfolgte der Baustart für das neue Firmengebäude, das derzeit kurz vor der Fertigstellung steht. Im Mai  nahm man bereits  den Produktionsbetrieb auf. Das Firmenareal umfasst etwa 1 Hektar Grundfläche auf dem auch mehr als 2.000 Quadratmeter Rohplatten auf dem Freilager liegen. Und zwar in 48 Farben und verschiedenen Stärken von 6-12mm.

Großes Sortiment
Die Platten kommen von namhaften Herstellern in Italien und Spanien, unter ihnen Produzenten wie Finalco, Laminam, Ariostea und Fondovalle. Es gibt diverse Größen bis hin zum Riesenformat 150×320, sowie Bodenpatten von 60×60 cm, wobei das gesamte Sortiment durchgängig verfügbar ist. Das Grundmaterial ist Feinsteinzeug, das ohne versteifendes Gewebe mit speziellen Zuschlagstoffen produziert wird, damit die großen Formate möglich sind.

Die Fliesenauswahl treffen beide Geschäftsführer gemeinsam und zwar meistens nach aktuellen Wohntrends wie sie auf den Leitmessen in Mailand und Köln vorgestellt werden. Beide sind davon überzeugt, dass die Keramik künftig starken Einfluss auf den Wohn- und Küchenbereich nehmen wird und berichten, dass auf der Kölner Möbelmesse bereits zahlreiche Küchenanbieter keramische Arbeitsplatten im Angebot hatten. Im Objektbereich hat Ceraflex bisher schon hochwertige Duschen, Waschablagen und ganze Wellnessbereiche für Hotels geliefert. Nun gilt es, auch beim Endkunden das Interesse zu schüren und High-end Produkte zu zeigen.

Das Ceraflex-Duschsystem ist übrigens vom Österreichischen Fliesenverband/ÖFV geprüft und hat dessen Gütezeichen erhalten. Der Fliesenleger bekommt damit ein Rinnensystem an die Hand, dessen Tassen individuell auf Losgröße angepasst und produziert werden. Dies ist besonders bei Sanierungen von Vorteil. Unterbau und Ablauf werden von Wedi speziell nach den Anforderungen von Ceraflex gefertigt.

Systempartner werden
Fliesenleger die Systempartner werden wollen, werden durch den Ceraflex Außendienst informiert und geschult; derzeit sind fünf Mitarbeiter in Österreich und einer in Deutschland dafür abgestellt. Ab 2018 wird es auch sechs Handelsvertreter in Deutschland geben, so Christian Mayr. „Aktuell haben wir zirka 300 aktive Kunden, das heißt sowohl Fliesenleger die bestellen, als auch solche die Systempartner sind. Letztere bauen produktbezogene Ceraflex Ausstellungsbereiche in ihren Schauräumen auf und zeigen dort Waschtische, Dusch- und Kantenlösungen sowie Heizkörper-Wandelemente. Natürlich haben unsere Systempartner auch günstigere Einkaufskonditionen.“

Zunächst soll das Geschäft mit der Großkeramik mit den bestehenden Partnern weiter gestärkt werden, im Weiteren will man sich auch an Tischler und Raumausstatter wenden. Aktuell wird ein neues System für Küchenfronten entwickelt. Es ist adaptierbar und kann ohne großen Aufwand eingeklickst werden. Damit sollen neue Bereiche erschlossen werden, z. B. die Fertigung von Küchenrückwänden, die der Fliesenleger vor Ort beim Kunden in hoher Qualität nicht ohne langwierige Arbeiten machen kann, so Mayr.

Top Know-how
Bald werden auch die Schulungsräume fertig. Die Weiterbildungen sind vom Land anerkannt und knüpfen an das Programm Industrie 4.0 (innerbetriebliche Digitalisierung) an. Vermittelt wird unter anderem das korrekte Vermessen aller Materialien und die Überleitung dieser Informationen zu den Herstellern. Mit der patentierten Software kann der Handwerker ohne CAD-Kenntnisse ein Aufmaß erstellen, das direkt in den Industriebetrieb übergeleitet wird und dort eine vollautomatische Produktion auslöst. Die Software ist ein online-Tool, das heißt es ist nur ein Internetzugang nötig. Auch der Spediteur ist hinterlegt und weiß wann geliefert wird. Der Kunde ist über jeden Schritt informiert. Ein Plus ist die rasche Verfügbarkeit: bereits zirka 48 Stunden nach der Bestellung ist das Produkt fertig zur Auslieferung. Der so geschulte Handwerker arbeitet mit diesem Know-how effektiver und effizienter, was wiederum ein höheres Preisniveau gegenüber Billiglohnländern rechtfertigt und so zur Konkurrenzfähigkeit und Standortsicherung beiträgt.

Mit einer Investition von 500.000 Euro entsteht derzeit in Eigenentwicklung ein digitaler Aufmaß-Rollmeter, der knapp vor der Finalisierung steht. Die Software dafür kann nach Registrierung online von jedem Kunden kostenlos abgerufen werden. Eine App soll 2018 verfügbar sein. GF Christian Mayr: „Mit diesem weltweit einzigartigen Angebot einer Software, die automatische Zuschnitte auslöst treten wir nun an das Handwerk heran. Bisher fehlte ja ein Instrument, mit dem Daten in ein Produktionssystem überführt werden können.“

Zukunftspläne
„Wir wollen künftig den D-A-CH Markt aufbauen und den deutschsprachigen Raum inklusive Südtirol abdecken,“ sagt Christian Mayr. Auch will man die Hotellerie vermehrt ansteuern und die Vielfalt von keramischen Anwendungen bei Küchenlösungen sowie im Bad- und Objektbereich aufzeigen. Eine App-Funktion für Smartphones soll zudem den Zugang zum Online-Shop vereinfachen. Ceraflex hat also viel vor!

Fotos: Ceraflex

Reportage: Ceraflex