Wer ist eigentlich…Franz Kubena

Es könnte eine Geschichte sein, die jeder Handwerkschronik zur Ehre gereicht: Großvater, Vater, Söhne und die eigentlich in einem anderen Beruf tätige Gattin betreiben einen erfolgreichen Hafner- und Fliesenlegerbetrieb. Der Chef ist Landesinnungsmeister, Verbandsfunktionär und eine angesehene Persönlichkeit im Sport, in der Lokalpolitik und im karitativen Bereich. Aber: Der Mann, um den es hier geht heißt Franz Kubena und seine Frau Maria. Dieser Doppelpack sprengt jede klassische Familienchronik. Denn wo die beiden sind, geht’s rund.

Dabei fängt alles ganz ländlich-sittlich an. Lassee ist eine 2700-Seelen-Gemeinde im Marchfeld. In den bäuerlich geprägten Marktflecken wanderte in den fünfziger Jahren ein Fremdling ein. Franz Kubena Senior kam aus Hainburg und war Hafner und Fliesenleger. „Mir brauchen da kan Ofen und die Fliesen macht der Baumeister mit“, murrten die Leute und bereiteten dem Neuankömmling einen schwierigen Berufsstart. Der war aber aus hartem Holz geschnitzt – wie schon sein Vater, der ebenfalls Franz hieß (den selben Vornamen für vier Generationen gibt es sonst nur noch bei den Habsburgern) und sich als Fährmann der früheren Stopfenreuther Donaufähre schon einmal geweigert hatte, den damaligen Bundespräsidenten Theodor Körner über den Strom zu schippern, weil dessen Konvoi 15 Minuten nach Betriebsschluss ankam.

 

Gediegene Handwerksarbeit

Franz Senior (der Hafner) scherte sich nicht um das Gerede, sondern erwarb sich durch gediegene Handwerksarbeit mit seinem 1962 gegründeten Betrieb bald eine gute Reputation. 1967 erblickte der Franz, um den es hier geht, das Licht der Welt und verbrachte seine Kindheit in der Obhut der Mutter Hermine. Sein Vater nahm den Kleinen aber schon als Zehnjähriger häufig zu den Baustellen mit und übertrug ihm kleine Arbeiten. Demzufolge stellte sich die Berufsfrage gar nicht erst. Es war klar: Franz III sollte auch Hafner werden.

 

Lehrzeit mit Schaudern

Nach der Schule begann eine Lehrzeit, an die sich der heute knapp 50jährige mit leichtem Schaudern erinnert. „Ich hatte Angst vor unserem Altgesellen Hans. Der war ein Zweimetermann und hatte meinem Vater versprochen: Dein’m Buam bring ma ordentlich was bei“. Deshalb kündigte er dem Lehrling gelegentlich an, ihm das Kreuz mit einer Latte abzuschlagen. Zwei Jahre hatte Franz diesen Druck im elterlichen Betrieb zu ertragen, bevor er das dritte Lehrjahr bei einer Firma in Amstetten absolvierte, seine Lehrabschlussprüfung bestand und 1987 nach dem Bundesheer zum Vater zurückkam.

Es folgte der Meisterkurs in den Jahren 87 und 88, die Meisterprüfung als Hafner 1989 und die zum Fliesenlegermeister ein Jahr danach. Franz II (der Vater) blieb allerdings weitere sieben Jahre der Chef und übergab den Betrieb am 1.1.1998 an seinen Sohn.

 

Der Sprung ins Rampenlicht

Bis Mitte der 90er Jahre bleibt der eingangs erwähnte ländlich-sittliche Rahmen um das Lebensbild des bereits verheirateten Franz Kubena ohne besondere Schnörkel. Dann kam das Jahr 1996 und stellte die Weichen neu.

Mit einem Spritzer in der Hand trat Frau Magister Maria in das Leben unseres Protagonisten. Der hatte sich von seiner ersten Frau getrennt und wunderte sich, dass ihm die Lehrerin aus der Nachbargemeinde noch nie davor über den Weg gelaufen war. Jedenfalls wurde aus jenem ersten Treffen auf dem Fußballplatz von Lassee nicht nur eine ganz besondere Patchworkfamily – Söhne Stephan und Franz -, sondern auch der Zündfunken für die Entwicklung der vielfältig funkelnden Persönlichkeit, als die Franz Kubena in der Branche und weit darüber hinaus bekannt ist.

 

In diese Phase gehört zum Beispiel das Zusammentreffen mit dem Event-Guru Kurt Faist, der schon damals ganze Serien von Charity-Veranstaltungen organisierte, die bis heute die Adabei-Seiten der Zeitungen und die Sendeminuten der Seitenblicke füllen. Mit dabei seit dem Franz und Maria. Es ist schon aus Platzgründen nicht möglich, die Stars aus Film und Fernsehen, von der Bühne und aus dem Sport auch nur ansatzweise aufzulisten, mit denen die beiden auf Du und Du stehen. Allein die Fotos der diversen Events füllen die Wände im gemütlichen Partykeller der Kubenas. Die beiden hatten 1999 geheiratet und zwar geschichtsträchtig im Schloss Eckartsau. Dort hatte Österreichs letzter Kaiser Karl I. die Verzichtserklärung auf die Regentschaft unterschrieben. Zwischenruf von Maria Kubena: „Ob es für den Franz auch eine war, möchte ich so nicht sagen…!“

 

Präsident für einen Tag

Historisch ist aber auch folgende Begebenheit, die sich nahtlos in das Blitzlichtgewitter der VIP-Auftritte einfügt: Franz Kubena war auch einmal Rapid-Präsident. „Edlinger entmachtet“ titelte der Standard am 2. Mai 2004. Für einen Tag hatte der mächtige Fußballboss dem Hafner aus Lassee weichen müssen, weil der bei einer Versteigerung zu Gunsten von „Licht ins Dunkel“ den Präsidententag ergattert hatte. Man kann es sich denken: Maria war das gelungen. Sie hatte sich den Telefonhörer gekrallt und nicht mehr losgelassen, bis sie nach einem Gebot von einigen tausend Euros für ihren Franz den Zuschlag ersteigert hatte. Der konnte dann neben Edlinger und Helmut Zilk eine Pressekonferenz halten, besuchte die Spieler in der Kabine und erlebte das an jenem Tag stattfindende Derby von der VIP-Tribüne aus. Gar kein ungewohnter Job übrigens für den Fußballfan. Franz Kubena ist schon lange Obmann des SC Lassee, der immerhin in der 2. Landesliga Ost spielt und außer der Kampfmannschaft auch noch mit seiner Jugend, mit Senioren und Damenfußball aktiv ist.

 

Oldtimer – aber nur beim Auto

Eigentlich müsste aus diesem Portrait eine Fortsetzungsserie werden, in der über den Franz als Lions Club-Präsident und als Mitglied des Gemeindevorstands zu berichten wäre. Und über eines der wenigen Hobbies, für die er sich Zeit nimmt: Oldtimer. Sein MG T-Type ist Jahrgang 1948, knallrot und hat das Kennzeichen GF-OFEN1. Gute Fahrt Franz Kubena – erst einmal bis zum nächsten Etappenziel, dem fünfzigsten Geburtstag im Herbst.

VIP-Portrait